100 Jahre Altenrhein: ein Fest für die ganze Region

31. August 2026

Drei Tage lang stand der Flugplatz St.Gallen-Altenrhein im Mittelpunkt der Ostschweiz. Vom 28. bis 30. August 2026 feierten rund 40’000 Besucherinnen und Besucher auf dem Festgelände sein 100-jähriges Bestehen. Schätzungsweise 20’000 bis 30’000 weitere schauten rund um den Flugplatz und vom See aus zu. Das Motto «Gemeinsam für den Standort – Gestern, heute und morgen» war an diesen Tagen greifbar.

Wo einst Sumpf war

Alles begann am 18. März 1926 mit dem ersten von über 11’000 Eisenbetonpfählen, die in den sumpfigen Boden gerammt wurden. Weil der Versailler Vertrag den Bau seines Flugschiffs Do X in Deutschland verbot, war Claude Dornier auf die Schweizer Seite des Bodensees ausgewichen. So entstand in Altenrhein ein Flugplatz, auf dem Luftfahrtgeschichte geschrieben wurde. Wer diese Geschichte nacherleben wollte, fand sie in der historischen Ausstellung im FFA-Museum. Sie war bereits am 24. August mit der Vernissage des Jubiläumsbuches «100 Jahre Flugplatz St.Gallen-Altenrhein – Geschichte, Menschen, Fakten» der AeroPublications eröffnet worden.

Von der Schulklasse bis zum Bundesrat

Jeder Festtag hatte sein eigenes Publikum. Am Freitag gehörte der Flugplatz der Jugend: Schulklassen liessen sich über das Gelände führen und schauten den Display-Teams beim Training zu. Der Samstag, der Tag der Wirtschaft und Politik, war ausverkauft. Am Festakt würdigte Bundesrat Albert Rösti den Flugplatz mit einer Videobotschaft. Draussen stiegen die Heissluftballone zum Massenstart auf, und Fallschirmspringer schwebten ein. Am Sonntag waren schliesslich die Familien sowie die Nachbarinnen und Nachbarn des Flugplatzes eingeladen.

Am Himmel zeigten die Patrouille Suisse, das Super Puma Display Team, die Flying Bulls und die Classic Formation mit DC-3 und Beech 18 ihr Können. Ergänzt wurden sie durch Flugzeuge des Fliegermuseums Altenrhein sowie durch Modell- und Segelflug. Alle Vorführungen verliefen ohne Unfälle. Am Boden luden rund 34 Aussteller aus Aviatik, Rettung, Industrie und Armee zum Entdecken ein. Auch an die Umwelt wurde gedacht: Die CO2-Emissionen des Air Displays wurden zu 90 % mit Zertifikaten für nachhaltigen Flugtreibstoff (SAF) und zu 10 % mit Pflanzenkohle kompensiert. Das Echo reichte weit über die Region hinaus. Medien in der Schweiz und in Vorarlberg berichteten ausführlich, darunter ORF, SWR und die Vorarlberger Nachrichten.

Viele Hände, ein Fest

Ein solches Fest gelingt nur, wenn viele mit anpacken. Getragen wurde es vom Verein «100 Jahre Flugplatz St.Gallen-Altenrhein» unter dem Präsidium von Raphael Widmer-Kaufmann und vom OK unter der Leitung von Roland Müller, in Zusammenarbeit mit der Flugplatzbetreiberin. Über 300 freiwillige Helferinnen und Helfer schenkten dem Anlass ihre Zeit. Der Anlass selbst kam ohne öffentliche Gelder aus und schloss, soweit bis jetzt bekannt, ohne Defizit ab. Die historische Ausstellung wurde mit einem Beitrag des Lotteriefonds des Kantons St.Gallen unterstützt.

Die IGOL mittendrin

Auch die IGOL war mit einem eigenen Stand dabei. Ein herzliches Dankeschön geht an unsere Helferinnen und Helfer, die den Stand während der drei Tage betreut haben. Dem Verein «100 Jahre Flugplatz St.Gallen-Altenrhein» danken wir für die Organisation dieses Jubiläums. Das Fest hat gezeigt, wie fest der Flugplatz in Bevölkerung, Wirtschaft und Politik verankert ist, auch über die Grenze nach Vorarlberg und ins Fürstentum Liechtenstein. Dieser Rückhalt ist Auftrag und Ansporn zugleich. Die IGOL setzt sich weiterhin dafür ein, dass der Flugplatz auch in Zukunft zur Entwicklung der Ostschweiz beiträgt.